Möblierte Vermietung kann pro Quadratmeter doppelt so viel einbringen wie klassische Vermietung – kostet dafür aber auch mehr Aufwand und mehr Verantwortung. Eine ehrliche Gegenüberstellung.
Vorteile aus Vermietersicht
- Höhere Mieteinnahmen pro m²: typischerweise 1,8- bis 2,3-fach gegenüber unmöblierter Vermietung.
- Flexibilität: kürzere Mietverhältnisse erlauben Anpassung an Marktlage, Sanierung oder Eigennutzung.
- Geringeres Mietausfallrisiko: Buchungs-Vorkasse oder Kaution decken Risiko meist ab; bei Plattform-Buchungen Zahlungsausfall praktisch ausgeschlossen.
- Steuervorteile: Möbel über AfA absetzbar (8–10 Jahre), in Sanierungsgebieten zusätzlich § 7h EStG nutzbar.
- Keine Mietpreisbremse bei Wohnraumüberlassung unter 6 Monaten.
Nachteile aus Vermietersicht
- Höhere Anschaffungskosten: Möblierung kostet je nach Standard 8.000 bis 18.000 € pro Wohnung.
- Verschleiß: Möbel müssen alle 5–8 Jahre erneuert werden.
- Operativer Aufwand: Reinigung, Schlüsselübergabe, Bettwäsche, Defekte – entweder selbst gemacht oder als Operator beauftragt.
- Höhere Fluktuation: bei Kurzzeitvermietung neue Gäste alle paar Tage bis Wochen. Mehr Reinigung, mehr Kommunikation.
- Plattform-Provisionen: Booking.com und Airbnb nehmen 12–18 %. Direktbuchung lohnt – braucht aber eigenen Marketingkanal.
Aus Mietersicht
Pro: Sofort einzugsbereit, kein Möbelkauf, keine Internet-Anmeldung, keine Strom-Verträge. Ideal bei zeitlich befristetem Aufenthalt.
Contra: Quadratmeter-Miete höher, weniger Gestaltungsfreiheit, Mindestmietdauern können binden. Bei Langzeit ohne Eigenbedarf nicht immer wirtschaftlich.
Wann lohnt sich möbliertes Vermieten?
Faustregel: In Großstadt-Lagen mit hoher Nachfrage und überwiegend kurzer Aufenthaltsdauer (Monteure, Studenten, Geschäftsreisende) lohnt es sich fast immer. In dünn besiedelten Lagen mit dominierender Familien-Nachfrage in der Regel nicht. Wer rechnet, sollte die Operating-Kosten mit 18–22 % der Bruttomiete einplanen – sei es als Eigenleistung oder als Management-Pauschale.
