Wer Montage-, Elektro- oder Anlagenbauteams disponiert, plant nach Baustellen, nicht nach Städten. Dieser Überblick nennt die Vorhaben zwischen Leipzig, Halle, Leuna, Delitzsch und Bitterfeld-Wolfen, die 2026 und 2027 Bauleistung binden – mit Stand, Größe und Quelle. Und er sagt, von welchem unserer Standorte aus die Baustelle in unter 30 Minuten erreichbar ist.
Leuna und Merseburg: Chemiestandort wächst um 200 Hektar
Der Chemiepark Leuna ist die dichteste Baustellenlandschaft der Region. Beim Leuna-Dialog 2026 nannte der Standortbetreiber InfraLeuna die laufenden Vorhaben: die Bioraffinerie von UPM Biochemicals, TOPAS Advanced Polymers, das DLR-Projekt, die Elektrolyseure von Linde (5 MW alkalisch, 24 MW PEM, geplant 2026) und die Neuansiedlung des Biotech-Unternehmens MicroHarvest mit einer Fermentationsanlage. Ab 2026 wird im Westen des Parks eine neue Fläche von über 200 Hektar erschlossen – Erdbau, Medien, Straßen, danach die Werke selbst.
Dazu kommt das Center for the Transformation of Chemistry mit Standorten in Leuna und Merseburg. Für Teams heißt das: mehrjährige Einsätze im Anlagenbau, in der Elektro- und MSR-Technik und im Rohrleitungsbau. Quelle: InfraLeuna, Leuna-Dialog 2026
Unterkunft: Merseburg (Apothekerstraße, Naundorfer Straße – Chemiepark in 10 Minuten) und Halle (Saale) (20 Minuten über die A38/B91).
Delitzsch: Chemie-Forschungszentrum CTC, Baubeginn 2026
Das Großforschungszentrum Center for the Transformation of Chemistry entsteht in Delitzsch. Der Zweckverband hat im Juni 2025 den Bau des ersten Gebäudes beschlossen, das Chemistry Innovation Lab an der Fabrikstraße: 7.693 m² Nutzfläche, davon 2.603 m² Labore. Baubeginn ist für 2026 vorgesehen, Inbetriebnahme Mitte 2028. Finanziert wird über das Investitionsgesetz Kohleregionen. Laborbau bedeutet hohe Technikdichte: Lüftung, Reinstmedien, Elektro – typische Gewerke für Fachteams von außerhalb. Quelle: Stadt Delitzsch
Unterkunft: Delitzsch, Nordstraße 3 – vier Einheiten, fußläufig zum Zentrum, Baustelle in wenigen Minuten.
Halle (Saale): RAW-Quartier am Riebeckplatz, 133 Millionen Euro
Das größte Einzelprojekt des Strukturwandels in Halle ist die Umwandlung des ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerks am Riebeckplatz in ein Stadtquartier für IT, Digitalwirtschaft, Start-ups und Hochschule. Gesamtkosten 133 Millionen Euro, davon 119,7 Millionen aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen; der Umbau soll im Frühsommer 2026 beginnen. Parallel fließen Fördermittel in Forschungsbauten auf dem Weinberg-Campus. Der geplante Star Park II (200 Hektar, rund 3.000 Arbeitsplätze) wurde dagegen gestoppt. Quelle: Stadt Halle (Saale)
Unterkunft: Halle (Saale) – 15 Einheiten, Schlosserstraße und Umgebung, Riebeckplatz mit der Straßenbahn in unter 15 Minuten.
Bitterfeld-Wolfen: Batteriematerial und Chemiepark
Im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen baut IBU-tec advanced materials die erste LFP-Kathodenmaterial-Produktion Europas – ausgelegt auf 15.000 Tonnen im Jahr; das Richtfest war im April 2026, es folgt die Anlagenmontage. Der Park selbst umfasst rund 1.200 Hektar mit über 300 Unternehmen, darunter Bayer, Nouryon und Evonik – laufende Umbauten und Stillstände sind dort die Regel, nicht die Ausnahme. Quelle: Investieren in Sachsen-Anhalt
Unterkunft: Bitterfeld-Wolfen, An der Sorge 12 – Chemiepark in 10 Minuten; keine Beherbergungssteuer.
Leipzig: Rüstungswerk im Norden, Löwitz-Quartier, Gleisbau
Im Leipziger Norden plant das US-Unternehmen Covenant ab 2027 eine Produktionsstätte für unbemannte Flugkörper – bis zu 1.000 Stück im Jahr; die Stadt spricht von hunderten neuen Arbeitsplätzen. Westlich des Hauptbahnhofs entsteht auf einer Bahnbrache das Löwitz-Quartier mit Wohnungen, Büros und Handel. Die Leipziger Verkehrsbetriebe bauen 2026/27 Gleise am Georgiring, Augustusplatz, an der Jahnallee und am Torgauer Platz; die Bahnstrecke Leipzig–Pegau–Zeitz–Gera wird elektrifiziert. Quelle: Stadt Leipzig · Leipziger Gruppe, Baumaßnahmen
Unterkunft: Leipzig – Einheiten im Norden (Georg-Schumann-Straße) und Westen, dazu das Loft im Zentrum für Bauleitung und Projektbüro. In Leipzig gilt die Beherbergungssteuer von 5 % – mit Arbeitgeberbescheinigung entfällt sie.
Was Disponenten daraus machen
- Frühe Anfrage lohnt: Bei Leuna III und dem RAW-Quartier laufen Vergaben über Jahre – wer im Herbst 2026 einen Rahmenvertrag schließt, hat 2027 die Betten sicher.
- Steuer mitdenken: Halle, Merseburg, Delitzsch und Bitterfeld-Wolfen erheben keine Beherbergungssteuer, Leipzig 5 % – mit Bescheinigung befreit. Der Rechner zeigt alle Städte.
- Rechnung an die Firma: Monatsrechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer, auf Wunsch je Baustelle oder Kostenstelle.
Stand 21. September 2026. Alle Angaben nach den verlinkten Quellen, Zeitpläne können sich ändern. Wir aktualisieren den Beitrag, wenn sich Baustarts verschieben.

